Die Kommunale Kriminalprävention (KKP) ist zentraler Baustein und Markenzeichen der baden-württembergischen Sicherheitsarchitektur. Auslöser für die Einrichtung eines Pilotprojekts waren steigende Kriminalitätszahlen und die Erkenntnis kriminologischer Forschung, dass 70 Prozent aller Tatverdächtigen ihren Lebensmittelpunkt in der Tatortgemeinde haben oder in dem Landkreis, in dem sie straffällig werden. Man geht davon aus, dass ein wesentlicher Teil der Entstehungsbedingungen für Kriminalität gesellschaftlichen Ursprungs ist und Straftaten im sozialen Umfeld begangen werden. Aus diesem Grund soll die Kriminalprävention vor Ort, in den Städten und Gemeinden, ansetzen um Lösungswege zu erarbeiten und umzusetzen.
Die KKP bietet die Möglichkeit, auf kommunaler Ebene eine deutliche Reduzierung von Kriminalitätsursachen, Straftaten und Ordnungsverstößen zu erreichen. Dadurch werden die objektive Sicherheit und das Sicherheitsgefühl erhöht.
Erfolgreiche Prävention bedingt eine gesellschaftliche Vielseitigkeit, getragen von allen Verantwortungs- und Entscheidungsträgern in enger Einbindung von Vereinen, Institutionen und letztlich der Eltern und aller Erwachsenen, aber auch der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Gerade die durch die Verwaltungsreform erfolgte Eingliederung zahlreicher Fach- und Sonderbehörden auf die Ebene der Landratsämter ermöglicht ganz neue Perspektiven auf dem Gebiet der Prävention. Durch diese Zusammenführung von früher bestehenden zergliederten Zuständigkeiten unter ein Dach können nun Entscheidungen zielgerichtet, effiziernt und zeitnah getroffen werden.
Im Neckar-Odenwald-Kreis gibt es seit langem präventive Maßnahmen. So wurden vor Jahren bereits verschiedene Arbeitskreise gegründet und erfolgreiche Maßnahmen durchgeführt. Durch die Zusammenarbeit von Polizei und Landratsamt wird diese Arbeit noch intensiviert.